Parodontose (med. Parodontitis)

Parodontose (Parodontitis) - schmerzfrei beim Zahnarzt behandeln lassen

Eine Parodontose und schreitet langsam in Intervallen voran.Parodontitis (med.) oder im allgemeinen Sprachgebrauch Parodontose genannt, ist eine Zahnbettentzündung durch Infektion (Zahnfleischentzündung), die sogar häufiger zum Verlust von Zähnen führt als Karies. Diese Zahnbettentzündung tritt heutzutage immer öfter auf. Der Grund für eine Parodontitis ist eigentlich positiv: die gestiegene Lebenserwartung durch den Fortschritt der Zahnmedizin.

Dank besserer Zahnhygiene in den letzten Jahrzehnten, die eine optimierte Entfernung der Zahnbeläge ermöglicht hat, haben selbst ältere Menschen länger ihre natürlichen Zähne. Was einerseits eine wünschenswerte Entwicklung darstellt, ist andererseits mit dem vermehrten Auftreten von typischen altersbedingten Krankheiten, wie z. B. der Zahnbettentzündung, verbunden. Die Entwicklung geeigneter Diagnose- und Therapieverfahren in der Zahnfleischbehandlung ist daher eine der größten Herausforderungen der modernen Zahnheilkunde im Kampf gegen die Zahnfleischerkrankung.

Parodontose - Was ist das?

Es handelt sich bei der Erkrankung um eine Entzündungskrankheit durch Bakterien (Zahnbettentzündung, Zahnfleischentzündung), die weltweit Millionen von Menschen betrifft und durch eine Ansammlung von Bakterien am Zahnfleischrand (Zahnfleischentzündung) hervorgerufen wird. Spezielle Bakterien, genetische Veranlagung und mangelnde Mundhygiene beeinflussen den chronischen Krankheitsverlauf der Entzündung des Zahnhalteapparates. Unzählige Bakterien im Mund haften sich tagtäglich durch Essen und Trinken in Biofilmen (Plaque) auf den Zahnoberflächen und dem Zahnfleisch an. Werden sie nicht gründlich entfernt, lösen sie entzündliche Infektionen im Gewebe rund um den Zahn und das Zahnfleisch aus und es bildet sich Zahnstein. Im Verlauf kann auch der Kieferknochen (Zahnbett) angegriffen werden. Zahnmediziner sprechen dann von einer Zahnbettentzündung, die oft mit der Erkrankung des Zahnhalteapparats in Verbindung steht.

Eine Zahnfleischentzündung ist eine chronische, zyklisch fortschreitende Krankheit. Demzufolge sind die gründliche und regelmäßige Prophylaxe sowie langfristige Nachsorge bzw. Kontrolltermine nach einer Parodontalbehandlung grundlegend wichtig.

Video: Volkskrankheit Parodontose - Zahnarzt Dr. Seidel hilft

 

Dank moderner Parodontologie ist eine Behandlung mit dem Laser nicht schmerzhaft. Eine Laserbehandlung hilft dem Zahnfleisch, ohne Komplikationen zu heilen, und stoppt so den Zahnfleischrückgang.

Welche Formen der Parodontitis gibt es?

Zunächst ist zwischen der apikalen und der marginalen Form zu unterscheiden. Zahnschmerzen werden oft durch geschwollenes Zahnfleisch verursacht und sind zu behandeln.

Apikale Parodontitis

Bei der apikalen Form liegt ein absterbender oder toter Zahn mit einer bakteriellen Entzündung an der Spitze der Zahnwurzel vor. Er ist meist durch tiefe Karies verursacht. Erfolgt keine zeitnahe Therapie, führt die Entzündung des Zahnhalteapparats zum Abbau des Kieferknochens in diesem Bereich. Trotz oft starker Zahnschmerzen ist die Krankheit nicht immer einfach zu diagnostizieren.

Die Therapie erfolgt in Form einer Wurzelkanalbehandlung oder einer Wurzelspitzenresektion. Zeigen beide Therapien keinen Erfolg und heilt die Entzündung des Knochens nicht ab, muss der Zahn entfernt werden, um den Zahnhalteapparat vor Abbau zu schützen.

Marginale Parodontose

Die marginale Zahnfleischentzündung, die den Großteil der Krankheit ausmacht, manifestiert sich im Rahmen einer oft leichten, aber dauerhaft unbehandelten Zahnfleischentzündung. Verursacher sind bakterielle Zahnbeläge, die bevorzugt durch mangelnde Mundhygiene eine Zahnfleischerkrankung auslösen. Sie ist die aggressivste Entzündungsform, an der das Zahnfleisch und schlussendlich der Zahnhalteapparat erkranken kann.

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Wie entsteht eine Parodontitis und wie verläuft sie?

Langsam geht das Zahnfleisch zurück. Auch der Kieferknochen kann im Verlauf betroffen sein.

Die Bakterien, die sich an der Zahnoberfläche festgesetzt haben, werden bei gutem Immunsystem für gewöhnlich durch körpereigene Antikörper außer Gefecht gesetzt. Ist das Immunsystem geschwächt oder von der Menge an Bakterien überfordert (z. B. bei schlechter Mundpflege), kommt es zunächst zu einer Zahnfleischentzündung (med. Gingivitis). Sie zeigt sich durch Schwellungen und Blutungen bei Berührungen oder dem Zähneputzen, was Symptome wie Zahnfleischbluten anzeigt.

Sobald die Entzündung auf das Zahnbett übergeht, spricht man von einer Parodontitis. Dabei geht das entzündete Zahnfleisch durch die Entzündung zurück und löst sich vom Zahn. Hier entstehen nun Zahnfleischtaschen, die einen noch besseren Nährboden für die Bakterien bieten und Prozesse einer weiteren Entzündung fördern. Eine Reinigung mit der Zahnbürste reicht oftmals nun nicht mehr aus.

Die Bakterien können sich einen optimalen Weg von den Gingivaltaschen zur Zahnwurzel und dem Haltegewebe (Zahnhalteapparat), manchmal bis in den Kieferknochen, suchen. Somit greift sie die zahnstützenden Strukturen (Zahnzement, Kieferknochen) an. Ist die Zahnstützfunktion zusammengebrochen, bildet sich um den Zahn herum eine Zahnfleischtasche (ein Defekt) mit Knochenschwund im Zahnbett. Wenn man zulässt, dass der Prozess fortschreitet, vertiefen sich diese Parodontaldefekte und es besteht die Gefahr, dass der Zahn auf lange Sicht ausfällt.

Welche Symptome treten bei der Erkrankung Parodontose am Zahnfleisch und Zahn auf?

Knochenabbau durch unbehandelte ZahnfleischentzündungDie Symptome sind im Anfangsstadium in erster Linie häufiges Zahnfleischbluten und Mundgeruch. Sobald Sie diese Probleme bei sich beobachten, sollten Sie zum Zahnarzt gehen. Dieser wird dann auf der Basis spezifischer Untersuchungsmethoden feststellen, ob es sich tatsächlich um Parodontitis handelt. Im weiteren Verlauf der Krankheit kommen zum Zahnfleischbluten noch zurückgehendes Zahnfleisch und dadurch im Laufe der Zeit auch freiliegende Zahnränder hinzu.

Diese sehen nicht nur unschön aus und vermitteln unter Umständen den Eindruck ungepflegter Zähne, sondern sind zudem sehr schmerzempfindlich. Wenn Sie Heißes oder Kaltes zu sich nehmen oder die Zahnränder mit kalter Luft in Berührung kommen, ist oft ein heftiger, kurzer und sehr unangenehmer Schmerz spürbar. Als Begleiterscheinung einer fortschreitenden Parodontitis können außerdem auch Entzündungserkrankungen durch geschwächte Abwehrprozesse des Körpers auftreten.

Symptome im Überblick:

  • Zahnfleischbluten
  • Mundgeruch
  • freiliegende Zahnhälse und dadurch Schmerzempfindlichkeit (heiß, kalt)
  • evtl. Entzündungserkrankungen im Körper
  • Eine unbehandelte Zahnfleischerkrankung führt zum Rückgang des Zahnfleischs und verursacht ein erhöhtes Risiko für Parodontose und lockere Zähne

Ist die Krankheit Parodontose ansteckend?

Bei der Parodontitis handelt es sich um eine ansteckende Infektionskrankheit.Viele Menschen wissen es nicht, aber Parodontitis ist eine ansteckende Infektionskrankheit. In der Mundhöhle eines Menschen leben mehr als 600 verschiedene Bakterien, wovon nur ein geringer Teil krankheitserregend ist. Zu diesen Erregern zählen die für die Entwicklung einer Zahnfleischerkrankung verantwortlichen Bakterien. Wissenschaftliche Studien belegen dieÜbertragbarkeit eines Teils dieser krankmachenden Erreger.

Die Übertragung erfolgt über den Speichel, in dem sich die krankmachenden Erreger befinden. Dadurch ist eine Übertragung auf Säuglinge ebenso möglich, wie auf größere Kinder oder den Partner, was die Entzündung des Zahnhalteapparates betrifft. Ob die Erkrankung ausbricht, hängt vom Immunsystem der Betroffenen und anderen Faktoren wie Rauchen, Ernährung oder der Einnahme von Medikamenten ab. Erkrankt ein Familienmitglied an Parodontitis, kann es sinnvoll sein, nach Absprache mit dem behandelnden Arzt, auch bei den aktuell symptomfreien Familienmitgliedern eine Therapie durchzuführen. Oft sind genetische Faktoren von Bedeutung für die Entstehung einer Zahnfleischerkrankung.

Wie wird eine Parodontitis diagnostiziert?

Grundsätzlich gilt: Je früher eine Zahnfleischerkrankung erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Üblicherweise kommen zu diesem Zweck spezielle Gentests in Betracht. Wer glaubt, dass sie in erster Linie auf einer mangelhaften Mundhygiene basiert, der irrt. Fakt nämlich ist, dass fast ein Drittel der Bevölkerung eine genetische Veranlagung für Zahnfleischerkrankungen hat.

Ein Paro-Gentest oder Keimtest auf Parodontitisbakterien kann helfen, zu ermitteln, wie hoch das individuelle Risiko ist, daran zu erkranken. Es handelt sich bei diesem Gentest um einen schmerzfreien Abstrich, der binnen kürzester Zeit in der Zahnarztpraxis vorgenommen werden kann. Hat der Gentest ein erhöhtes Risiko erbracht, ist eine besondere Zahnhygiene erforderlich, um die Behandlung zu unterstützen. Auch auf das Rauchen sollte man in diesem Fall möglichst verzichten, da es das Ansetzen von Bakterien begünstigt.

Welche Behandlungen nimmt der Zahnarzt oder die Zahnärztin bei Parodontitis bzw. Parodontose vor?

Im Rahmen einer Parodontaltherapie behandelt der Zahnarzt oder Parodontologe, je nach Stadium der Krankheit, die verschiedenen Auswirkungen der Parodontitis. Dazu gehören die freiliegenden Zahnränder.

  • Chirurgischer Eingriff – So läuft eine Parodontaloperation unter örtlicher Betäubung beim Parodontologen ab

Parodontosebehandlung – was ist das?  

Bei der geschlossenen Behandlung erfolgt eine mechanische Säuberung der Wurzel- und Zahnoberfläche. Bei der offenen Behandlung werden die Gingivaltaschen von erkranktem Gewebe und Belägen befreit. Beide Behandlungsarten erfolgen schmerzfrei unter Lokalanästhesie oder einer Oberflächenbetäubung.

Geschätzte Dauer einer Parodontitisbehandlung?

Als Richtwert für eine Sitzung werden 60 Minuten angesetzt. Es variiert aber stark, je nachdem, wie fortgeschritten die Zahnfleischerkrankung ist, und wie zugänglich Ihre Zahnzwischenräume sind.

Behandlung freiliegender Zahnhälse in Folge von Parodontose

Freiliegende Zahnhälse können mit eigenem Gewebe behandelt werden.

Zurückgegangenes Zahnfleisch (Zahnfleischschwund) sieht nicht nur unschön aus, sondern es verursacht auch Zahnschmerzen bei Berührung oder Temperaturveränderung – ob durch heißes oder kaltes.

Durch mikrochirurgische Eingriffe unter dem Operationsmikroskop können ästhetische Rehabilitationen am Zahnhals oder an der Implantatschulter mit eigenem Gewebe vorgenommen werden. Diese Operation belastet den Patienten meist nur gering und erfolgt üblicherweise in Lokalanästhesie ohne Zahnschmerz bei der Parodontalbehandlung.

Parodontose behandeln – wie oft muss man sie wiederholen?  

Parodontitis ist eine chronische Erkrankung. Sobald Sie daran leiden, können Sie die Erkrankung des Zahnhalteapparats niemals vollständig heilen. Alles, was Sie unternehmen können, ist, den Ausbruch frühzeitig zu erkennen und so Komplikationen vorzubeugen. Allerdings lässt sich durch gute Nachsorge, Kontrolluntersuchungen und Eigeninitiative der Ausbruch der Krankheit des Zahnhalteapparats gut eindämmen.

Einsatz von Emdogain bei Parodontose

Messung der Zahnfleischtaschentiefe mit Parodontalsonde

Emdogain hilft dem Zahn und Zahnfleisch bei der Regeneration.

Emdogain ist ein Produkt, das die Wiederherstellung des Zahnhalteapparats fördert, nachdem dieser aufgrund der Zahnfleischerkrankung zerstört wurde. Damit kann es dazu beitragen, den betroffenen Zahn bzw. die Zähne im Zahnhalteapparat zu erhalten, statt ihn zu extrahieren.

Bei Emdogain handelt es sich um ein durch den Körper resorbierbares Material aus Proteinen, das zur leichten Anwendung in Form eines Gels vorgemischt ist. Vom menschlichen Körper selbst wird dieses Protein während der Zahnentwicklung produziert. Das bei der Parodontitisbehandlung in unserer Praxis eingesetzte, künstlich hergestellte Emdogain wird auf die Zahnwurzeloberfläche appliziert und führt zur Wiederherstellung von Zahnzement, Fasern und Kieferknochen. Ein Zahnausfall wird somit durch eine Stabilisierung des Zahnbettes verhindert.

Da die Parodontitis eine langsam verlaufende Erkrankung mit aktiven und passiven Phasen darstellt, ist eine rechtzeitige Erkennung dieser wichtig für einen positiven Therapieverlauf.

Parodontitisbehandlung mit dem Laser

Der Laser kommt immer häufiger bei der Parodontalbehandlung zum Einsatz.

Durch einen gewissen Paradigmenwechsel in der Parodontitis-Therapie während der letzten Jahre rückt inzwischen die nicht-chirurgische Parodontosebehandlung von Gingivaltaschen mittlerer Tiefe (4–5 mm) in den Vordergrund. Die meisten Patienten mit Entzündung des Zahnfleischs werden inzwischen auf diese Weise behandelt.

Laser können gerade hier in Verbindung mit Scaling und Root-Planing bei einer tiefen Parodontitis ihre Vorzüge ausspielen und Zahnfleischschmerzen sicher beseitigen.

Übersicht der Therapieverfahren unserer oralchirurgischen Zahnarztpraxis bei einer Parodontose:

  • Bakteriologische und genetische Früherkennungs-Tests
  • Einleitende Diagnostik
  • Vorbehandlung und erhaltende Therapie von Zahnersatz (Prophylaxe und Dentalhygiene mit Fachpersonal) sind entscheidend, um Symptome wie Zahnfleischbluten zu vermeiden.
  • Tiefenreinigung der Zahnfleischtaschen
  • offene Zahnfleischbehandlung
  • Guided Bone Regeneration (GBR/GTR-Technik) (Knochenregeneration im Sinne des SIC
  • nach Keimbestimmung, die durch Zahnbelag begünstigt werden kann.
  • Mikrochirurgische Zahnfleischästhetik
  • Behandlung von Zahnfleischrückgang
  • präprothetische Behandlung zur Festigung von wichtigen Pfeilerzähnen
  • Antimikrobielle photodynamische Therapie mit dem Laser

Was kostet eine Parodontitisbehandlung?

Die Infektionskrankheit, die unbehandelt unweigerlich zum Zahnverlust führt.

Die Kosten für eine Zahnfleischbehandlung können – je nach Arzt oder Parodontologe – variieren. Allerdings wird eine Parodontitisbehandlung von den gesetzlichen Krankenkassen meist nur bis zu einem Anteil von 30 bzw. 40 Euro übernommen. Anders hingegen die Privatkassen: Sie tragen in der Regel 100 Prozent der Behandlungskosten, welche meist zwischen 80 und 150 Euro betragen können.

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung bei einer Behandlung gegen Parodontose zum Erhalt des Zahnhalteapparats

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung bei einer Behandlung gegen Parodontitis umfassen verschiedene Aspekte der Zahnmedizin, die darauf abzielen, die Gesundheit des Zahnfleischs und der Zähne zu erhalten. Dazu gehören präventive Maßnahmen wie professionelle Zahnreinigungen, die in bestimmten Abständen übernommen werden können, sowie spezifische Therapien zur Bekämpfung der Zahnfleischerkrankung. In vielen Fällen sind auch eine umfassende Diagnostik und gegebenenfalls chirurgische Eingriffe abgedeckt, wenn sie medizinisch notwendig sind. Es ist wichtig, dass Patienten sich über die genauen Leistungen und Bedingungen informieren, da diese je nach Krankenkasse variieren können. Eine frühzeitige Behandlung kann nicht nur die Mundgesundheit verbessern, sondern auch potenzielle Folgeerkrankungen verhindern.

Wie kann man Parodontose am besten vorbeugen?

Sie ist eine heimtückische Erkrankung des Zahnfleischs, die im schlimmsten Fall bis zur Zerstörung des Zahnhalteapparats fortschreitet. Trotzdem erkranken viele Menschen daran. Dabei ist die Vorbeugung ausgesprochen einfach. Die einfachste Methode, gesunde Zähne und Zahnfleisch vor einer Entzündung zu schützen, ist eine äußerst sorgfältige Mundhygiene, kombiniert mit dem regelmäßigen Besuch des Zahnarztes, der mindestens einmal jährlich als Pflichttermin im Kalender eingetragen werden sollte.

Parodontitis vorbeugen durch den Patienten

Zahnseide hilft bei der Mundhygiene und sorgt dafür, dass sich auch Bakterien in den Zahnzwischenräumen nicht ansiedeln.

Parodontologen empfehlen: Beugen Sie durch Ihre tägliche, gründliche Mundpflege vor. Dazu zählt regelmäßiges Reinigen der Zähne mit einer weichen Zahnbürste. Diese Reinigung erfolgt mindestens zweimal am Tag. Warten Sie nach einer Mahlzeit ungefähr eine halbe Stunde mit dem Zähneputzen, um den Zahnschmelz zu schonen.

Die Zahnzwischenräume sowie die natürlichen Zahnfleischtaschen in den Zahnzwischenräumen werden sorgfältig mit Zahnseide gereinigt. Verwenden Sie für die Zahnzwischenraum-Reinigung lieber Interdentalbürstchen, sollten Sie trotzdem nicht auf die Zahnseide verzichten und diese zusätzlich verwenden, um den Raum zwischen Zähnen und Zahnfleisch gründlich von kleinsten Speiseresten und Belägen zu reinigen.

Da Raucher ein erhöhtes Risiko haben an einer Zahnfleischerkrankung zu erkranken, ist für sie eine gründliche Mundhygiene besonders wichtig.

Noch wichtiger ist eine sorgfältige Mundhygiene für Raucher, da diese ein stark erhöhtes Risiko (fünf- bis sechsfach) haben, an Parodontose zu erkranken. Da auch eine schlecht behandelte Diabetes zu den Risikofaktoren zählt, muss diese Grunderkrankung effektiv behandelt werden.

Zahnfleischtaschen und Parodontitis - welche Zahnpasta für optimale Mundhygiene?

Zeigen sich bereits Symptome, trägt die Wahl der Zahncreme nicht mehr erheblich zur Bekämpfung bei. Dies liegt daran, dass sich die Erkrankung unterhalb des Zahnfleischsaumes im Zahnbett ausbreitet, was das Risiko einer Parodontose erhöht. Liegt eine zusätzliche Entzündung des Zahnfleischs vor, eine sogenannte Gingivitis, bieten sich Zahncremes mit nachgewiesener entzündungshemmender und adstringierender (zusammenziehend) Wirkung an. Empfehlenswert sind Mundspülungen mit dem Wirkstoff Triclosan für eine gute Oralhygiene. Im besten Fall erfolgt vor einer selbst gewählten Behandlung jedoch die Rücksprache mit dem Zahnarzt, der die für den individuellen Fall ideal geeigneten Mundlösungen oder Pasten empfiehlt.
Bei der Vorstufe zur Gingivitis, eignet sich eine Zahnpasta mit enzündungshemmender Wirkung.
Trotzdem kann die Behandlung mit der richtigen Zahncreme unterstützt werden, indem auf sogenannte sanfte Zahncremes ausgewichen wird. Diese enthalten einen geringeren Anteil an Putzkörpern zur Entfernung des Zahnbelags und schonen das Zahnfleisch sowie das oft durch Zahnfleischrückgang freiliegende Zahnbein. Wie mild eine Zahncreme putzt, zeigt sich am auf der Tube angegebenen RDA/REA-Wert, wichtig für die Erhaltung der Zahngesundheit. Je niedriger dieser Wert ist, umso feiner sind die enthaltenen Putzkörper.

Parodontose vorbeugen: Vorbeugende Maßnahmen gegen Parodontitis durch den Zahnarzt oder die Zahnärztin

Regelmäßige Kontrollen des Zahnfleisches beugen vor

Unterstützt werden die durch den Patienten gesetzten Maßnahmen durch die turnusmäßige PZR, die auch das Polieren und Glätten der Zähne umfasst. Diese erfolgt im Normalfall einmal jährlich. Ergänzt wird die Säuberung der Zähne mit regelmäßigen Kontrollen des Zahnfleischs. Bildet sich trotz aller Sorgfalt eine leichte Entzündung des Zahnfleischs, kann diese umgehend und mit einfachen Mitteln behandelt werden, um die Entstehung zu verhindern. Ein wichtiger Punkt ist die korrekte Reinigung der Zähne im Alltag. Denn so mancher Patient ist so intensiv um die Zahnreinigung bemüht, dass er dabei den Zahnschmelz beschädigt. Ihr Zahnarzt berät Sie gerne zur richtigen Handhabung von Zahnbürste und Zahnseide und empfiehlt eine Zahncreme, die auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist.

Eine gute Prophylaxe ist die beste Basis, um bereits die Entstehung zu verhindern. Eine gründliche und vor allem regelmäßige Reinigung der Zähne und -hygiene ist natürlich die Grundvoraussetzung dafür – diese haben Sie selbst in der Hand.

Zahnarzt Dr. Seidel empfiehlt bei Parodontalerkrankungen:

Mundhygiene mit Zahnbürste, Zahnseide und Mundspülung umfassend erledigen.

Wechseln Sie turnusmäßig die Zahnbürste, nutzen Sie Zahnseide und eine milde Mundspülung, um die Bakterien in Schach zu halten. Ergänzend empfiehlt sich, ein oder zweimal im Jahr, eine PZR, bei der alle Zahnbeläge (Zahnstein) schonend entfernt und die Taschen gesäubert werden, um die Giftstoffe zu reduzieren.

Die Früherkennung einer Zahnfleischerkrankung spielt zudem in der modernen Zahnarztpraxis eine sehr wesentliche Rolle. Bei Ihrem regulären Zahnarztbesuch sollten Sie etwaige Symptome nennen, um zahnärztliche Probleme rechtzeitig zu behandeln.

Parodontitis-Vorbeugung bei Risikofaktor „erbliche Vorbelastung"

Die vererbbare Form weist einen aggressiveren Krankheitsverlauf auf. Trotz einer durchgängig hervorragenden Oralhygiene und Pflege des Zahnfleisches kann es zum Auftreten einer Zahnfleischerkrankung kommen. In diesem Fall schreitet die Erkrankung wesentlich schneller vor als im Normalfall und führt gehäuft zu massivem Knochenabbau.

Diese Patienten benötigen eine sehr engmaschige Kontrolle und intensive Prophylaxemaßnahmen. Dies bedeutet, dass zusätzlich zur sorgfältigen Oralhygiene zweimal im Jahr eine Kontrolluntersuchung mit PZR empfohlen wird.

Eine regelmäßig durchgeführte professionelle Zahnreinigung (PZR) schützt vor einer Infektion des Zahnfleisches

Eine turnusmäßig durchgeführte PZR spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Zahnfleischentzündungen und anderen Erkrankungen des Zahnhalteapparates. Wenn das Zahnfleisch entzündet ist, können sich Taschen bilden, die das Risiko eines Zahnverlustes erhöhen. Eine gute Mundpflege, die mindestens zweimal täglich durch das Putzen der Zähne und die Verwendung von Zahnseide ergänzt wird, ist entscheidend, um Plaque und Zahnstein zu vermeiden. Diese Beläge bestehen aus Bakterien, die zu Entzündungen führen können und somit die Zahngesundheit beeinträchtigen. Besonders Rauchern und Menschen mit Krankheiten wie Diabetes mellitus droht ein erhöhtes Risiko, an einer Zahnfleischerkrankung zu erkranken. Daher sollten turnusmäßige Zahnarztbesuche und Röntgenaufnahmen in Betracht gezogen werden, um frühzeitig mögliche Probleme zu erkennen. Eine rechtzeitige und gründliche Zahnsäuberung hilft, die Durchblutung des Zahnfleisches zu fördern und den natürlichen Abwehrmechanismus des Körpers zu unterstützen, um entzündliche Prozesse zu verhindern und die Zahnhälse zu schützen.

Parodontitis und Diabetes

Mehr als sechs Millionen Menschen leiden an der Zuckerkrankheit. Ein Großteil von ihnen ist häufig von Entzündungskrankheiten betroffen, wobei auch die Tendenz zur Parodontose bei dieser Personengruppe besonders hoch ist.

Bei einer Diabeteserkrankung besteht die Tendenz an einer Zahnfleischerkrankung zu erkranken.

Eine gründliche Mundhygiene ist wichtig für Diabetiker.

Der Grund dafür ist, dass Diabetiker häufig Medikamente einnehmen müssen, die zu Mundtrockenheit führen können oder die gegen zu hohen Blutdruck wirken sollen. Ebendiese Medikamente können unter anderem auch das Risiko erhöhen, zu erkranken.

Entsprechend wichtig ist es also für Menschen, die an Diabetes mellitus leiden, besonderen Wert auf eine gründliche Zahnhygiene zu legen, um das Risiko zu minimieren. Außerdem genügt es nicht allein, zweimal jährlich zum Zahnarzt zu gehen. Mindestens alle sechs Monate sollte auch eine professionelle Reinigung der Zähne durchgeführt werden.

Implantate bei Parodontitis?

Heute werden Implantate auch eingesetzt, wenn eine Parodontitis vorliegt.

Vor dem Einsetzen von Implantaten ist die Behandlung einer eventuell vorhandenen Zahnfleischerkrankung grundlegende Voraussetzung, um das Risiko einer Parodontose zu minimieren. Sie ist für einen Langzeiterfolg maßgeblich und beugt späteren Implantat-Komplikationen zuverlässig vor.

Sollte ein Zahn so stark durch Parodontitis geschädigt sein, dass lockere Zähne durch eine Zahnextraktion entfernt werden müssen, kommt immer als Alternative zum klassischen Zahnersatz die Behandlung mit Implantaten infrage.

Kommt eine Implantatversorgung trotz Parodontitis infrage?

Wird ein Implantat trotz Parodontitis gesetzt, ist die besonders gründliche Pflege im Nachhinein besonders wichtig.

Obwohl früher eine Implantation bei einer ausgeprägten Parodontitis generell abgelehnt wurde, ist in der heutigen Zeit die Implantat-prothetische Rehabilitation nach erfolgreicher Parodontosebehandlung und einer turnusmäßig durchgeführten Prophylaxe Standard.

Natürlich ist im Anschluss an die Implantatversorgung auf die Reinigung der Fixturen durch den Patienten zu achten. Der Grund: Insbesondere bei einem Vorliegen bestimmter Markerkeime (Bakterien), welche eine Parodontitis verursachen, ist mit einem erhöhten Risiko einer Implantatentzündung (Periimplantitis) zu rechnen. Sollte ein Dentalimplantat eine Parodontose aufweisen, kann hier wie am natürlichen Zahn behandelt werden.

Unsichtbare Zahnspange (Invisalign) bei Parodontitis?

Eine Parodontitis wird nicht durch das Tragen einer unsichtbaren Zahnspange gefördert oder verschlimmert.

Vor allem für Erwachsene konzipiert, die ihre Zähne unsichtbar begradigen möchten, kommt bei der unsichtbaren Zahnspange oft die Frage auf, ob eine unbehandelte Zahnfleischerkrankung der Zahnspange entgegensteht. Die gute Nachricht: Tragen Sie eine unsichtbare Zahnspange, müssen Sie sich keine Sorgen machen, dass sie einen negativen Einfluss auf den Verlauf Ihrer Parodontitis haben könnte, auch wenn das allgemeine Risiko einer Parodontose erhöht ist.

Was ist ein parodontaler Screening-Index (ps)?

Zur Früherkennung parodontaler Erkrankungen wird der parodontale Screening-Index (PSI) erhoben. Mit einer speziellen Parodontalsonde (WHO-Sonde) werden die Tiefe der Taschenbildung, die Blutungsneigung der Gingiva und Rauigkeiten der Zahnoberflächen in den Zahnfleischtaschen gemessen.

Gibt es Parodontitis bei Kindern?

Obwohl es eher selten der Fall ist, kann eine Zahnfleischerkrankung auch bei Kindern gelegentlich auftreten. Ist die Erkrankung in jungen Jahren in schwerer Form anzutreffen, ist sie häufig ein Zeichen für eine systemische Erkrankung oder Immundefekte, und unbehandelt kann sie zum Zahnverlust führen. Auch die Einnahme einiger Medikamente kann zum Ausbruch einer Zahnfleischerkrankung führen. Vor allem eine zu schwach oder nicht funktionierende Abwehr der bakteriellen Reize kann bereits im Kindesalter eine besonders aggressive Form dieser Erkrankung mit schnellem und umfangreichem Knochenverlust auslösen. Der turnusmäßige Besuch beim Zahnarzt hilft hier schnell, die Krankheit zu erkennen und Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Selten kann eine Erkrankung des Zahnfleischs auch bei Kindern auftreten.

Häufige Patientenfragen

Welche Taschentiefe ist normal?
Eine Taschentiefe bis ca. 3 Millimeter gilt als gesund bzw. normal und ist unauffällig. Ab einer Tiefe von über 6 Millimeter geht man von einer schweren Parodontitis aus und bei Extremfällen werden auch bis zu 10 Millimeter gemessen, was ohne Behandlung zu Zahnverlust führen kann.
Wie kann man Parodontose stoppen?
- Zweimal täglich Zähneputzen. - Fluoridhaltige Zahnpasta. - Zahnseide verwenden. - Regelmäßige Kontrolltermine bei Zahnarzt. - Ein- bis zweimal im Jahr zur Zahnreinigung. - Zahnfreundliche Ernährung. - Nicht rauchen.
Wie schmerzhaft ist eine Behandlung gegen Parodontose?
Dank des schonenden Einsatzes des Lasers in Verbindung eines oberflächlich wirkenden Betäubungsgels ist die Behandlung schmerzfrei.
Was tun gegen Parodontose?
Gegen Parodontose (medizinisch: Parodontitis) helfen vor allem eine professionelle zahnärztliche Behandlung und eine konsequente Mundhygiene. Seit 2021 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland umfangreichere Leistungen für die systematische Behandlung und die zweijährige Nachsorge.
Welche Parodontosebehandlung ist die beste?
Die "beste" Parodontosebehandlung gibt es nicht pauschal, sondern hängt vom Schweregrad ab; sie kombiniert meist klassische Tiefenreinigung (Scaling und Root Planing), eventuell ergänzt durch Lasertherapie (aPDT zur Keimtötung) und antibiotische Unterstützung bei aggressiven Keimen, gefolgt von konsequenter Mundhygiene (Interdentalbürsten!) und ggf. Chirurgie (GTR) bei Knochenschäden; Laser und aPDT sind moderne, schonende Ergänzungen, während die individuelle, patientengerechte Kombination entscheidend ist.
Welche Nachteile hat eine Parodontosebehandlung?
Nachteile einer Parodontosebehandlung sind oft vorübergehende Beschwerden wie Schmerzen, Empfindlichkeit oder leichte Schwellungen, die nach wenigen Tagen abklingen, sowie das Risiko von Wundinfektionen oder Allergien in seltenen Fällen. Da die Parodontose nicht heilbar ist, sondern nur gestoppt werden kann, sind lebenslange, konsequente Nachsorge und intensive Mundhygiene mit täglicher Reinigung (auch mit Interdentalbürsten) unerlässlich, was als Aufwand gewertet werden kann. Bei schweren Fällen können chirurgische Eingriffe notwendig sein, die unangenehmer sind.
Ist eine Parodontosebehandlung wirklich sinnvoll?
Ja, eine Parodontosebehandlung (Parodontitis-Therapie) ist nicht nur sinnvoll, sondern absolut notwendig, da die Erkrankung unbehandelt zu Zahnverlust und schweren systemischen Gesundheitsproblemen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes oder Osteoporose führen kann. Die Behandlung stoppt das Fortschreiten der chronischen Entzündung, beseitigt Entzündungsherde und verhindert Knochenschwund und damit verbundene Folgeschäden, wobei die konsequente häusliche Mundhygiene und regelmäßige Nachsorge (UPT) entscheidend für den langfristigen Erfolg sind.

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Letzte Aktualisierung dieser Seite am 23.01.2026 von Autor und Zahnarzt für Oralchirurgie Dr. med. dent. Frank Seidel. Tätig für den Raum Berlin, Brandenburg und Potsdam.

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