Sofortimplantation realisierbar?

Sofortimplantation - Wann sind Zahnimplantate nach der Zahnentfernung sinnvoll?

Sofortimplantation - Das Einbringen eines Implantats direkt nach einer Zahnextraktion Moderne Technologien und Materialien erlauben die Sofortversorgung mit Zahnersatz in Form von Zahnimplantaten unmittelbar nach dem Verlust eines Zahnes.

Vor allem im Frontbereich ergeben sich dadurch für den Patienten aus ästhetischer Sicht große Vorteile – wir informieren Sie über die grundlegenden Voraussetzungen, die gängigsten Materialien sowie über die Vorteile und Risiken einer Sofortimplantation.

Video: Zahnimplantate - Bestmöglicher Zahnersatz bei Zahnarzt Dr. Seidel

Oralchirurg und Zahnarzt Dr. Seidel besitzt mehr als 10 Jahre Erfahrung und kennt alle Methoden, Zahnimplantate als hochwertigsten Zahnersatz schnell und sicher bei einer minimalinvasiven Operation zu setzen.

Was ist ein Sofortimplantat?

Direkt nach der Zahnextraktion das Implantat in den Kiefer gebracht.

Sofortimplantate sind eine Versorgung mit Zahnersatz unmittelbar nach dem Entfernen eines Zahnes oder dessen Wurzelreste - spätestens jedoch innerhalb von 48 Stunden. Im Rahmen einer Sitzung wird der nicht mehr als erhaltenswürdig eingeschätzte Zahn entfernt. Unmittelbar anschließend an die Zahnextraktion erfolgt das Einsetzen des Zahnimplantates in das leere Zahnfach.

Vor allem im Rahmen der Sofortversorgung nach dem Zahnverlust durch einen Unfall bestehen in den meisten Fällen ideale Voraussetzungen für eine Sofortimplantation. Ob die im Rahmen der Versorgung gesetzten Zahnimplantate sofort mit einer Zahnkrone versehen werden, ist vom Einzelfall abhängig. Im Rahmen der Sofortimplantation wird die Alveole, das Zahnfach des Zahnes, nach der Extraktion des Zahnes sorgfältig gereinigt und ein Implantatbett angelegt. In dieses bringt der Implantologe das Zahnimplantat ein. Im Anschluss daran erfolgt die Versorgung mit einer provisorischen Zahnkrone.

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?

E muss ausreichend Knochensubstanz vorhanden sein.Ob eine Sofortimplantation stattfinden kann, hängt von mehreren Faktoren ab. Ein wichtiges Kriterium ist eine ausreichend große Menge vorhandener Knochensubstanz. Nur wenn dies der Fall ist, wird eine ausreichend hohe Primärstabilität der Zahnimplantate erzielt. Die Primärstabilität wird beim Eindrehen der Zahnimplantate in den Knochen in Form des Eindrehmoments gemessen, der im Idealfall Werte über 30 Ncm erreichen sollte.

Von großer Bedeutung ist zudem eine entzündungsfreie Umgebung. Dies betrifft die Wunde an sich sowie eventuelle entzündliche Prozesse, die im Rahmen der Behandlung diagnostiziert werden. Entzündungen im Zahnfleisch-, Knochen- und Wundbereich stellen eine Kontraindikation für Sofortimplantate dar. Muss etwa ein an der Wurzel entzündeter Zahn entfernt werden, kann keine Sofortversorgung erfolgen.

Wann ist eine Sofortimplantation sinnvoll und realisierbar?

Zahnersatz durch Sofortimplantate ist immer dann sinnvoll, wenn die gesundheitlichen Voraussetzungen dafür gegeben sind. Dies bedeutet, dass ausreichend Knochensubstanz vorhanden ist und keine entzündlichen Prozesse diagnostiziert werden.

Vor allem für Angstpatienten bringt die Methode der Sofortimplantation den Vorteil einer innerhalb kurzer Zeit abgeschlossenen Behandlung. Im Idealfall verlässt der Patient die Praxis wieder mit provisorischem Zahnersatz in Form einer Zahnkrone oder Brücke.

Welche Gründe sprechen für die Sofortimplantation im Frontzahnbereich?

Findet die Implantation nicht nach der Entnahme eines Zahns statt, beginnt der Kieferknochen sofort sich abzubauen.Zu den wichtigsten Argumenten für eine Sofortimplantation im Frontzahnbereich zählen die Ästhetik sowie die Reduzierung der Knochensubstanz durch natürlichen Abbau: Bereits zwei Wochen nach dem Verlust des Zahnes beginnt der Abbau des Kieferknochens, der für einen Zeitraum von ungefähr zwei bis drei Jahren massiv fortschreitet und zum Substanzverlust von 40 bis 60 % führt.

Fällt aus den genannten Gründen die Entscheidung für eine Sofortimplantation, müssen für den langfristigen Erfolg wichtige Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu zählen eine weitgehende Entzündungsfreiheit des Implantationsbereiches und ein ausreichend großes und stabiles Kieferknochenangebot vor der Zahnimplantation. Die Erfüllung dieser Kriterien bildet günstige Voraussetzungen für die wichtige primäre Stabilität des Implantats und dessen problemlose Einheilung.

Unterschied zwischen Sofortversorgung und Sofortbelastung

Muss ein Zahn entfernt werden und wird der Patient unmittelbar nach der Entfernung mit einem Zahnimplantat versorgt, spricht man von einer Sofortversorgung bzw. Sofortimplantation. Diese bedeutet jedoch nicht, dass die frisch gesetzten Zahnimplantate sofort belastet werden können. Die Sofortbelastung ist abhängig von der bereits beschriebenen Primärstabilität der Zahnimplantate.

Unter eine Sofortversorgung versteht man das Einbringen des Zahnimplantats nach der Zahnextraktion. Eine Sofortbelastung hängt davon ab, wie stabil das Implantat zu diesem Zeitpunkt bereits ist.Nur wenn eine ausreichende primäre Stabilität gegeben ist, erfolgt die Versorgung der eingesetzten Zahnimplantate mit provisorischen Zahnkronen, die auch eine Sofortbelastung erlauben. Soll nach der Sofortimplantation eine entsprechende Belastung des Implantates verhindert werden, bietet sich die Versorgung mit sogenannten Marylandbrücken, auch als Klebebrücken bekannt, an.

Welche Materialien können eingesetzt werden?

Bei Sofortimplantaten kommen die gleichen Materialien zum Einsatz, wie sie für andere Zahnimplantate verwendet werden. Bevorzugt ist dies Titan oder eine Titan-Legierung, aus denen das Implantat gefertigt ist. Eine hervorragende Alternative für Sofortimplantate stellen Zahnimplantate aus Zirkonoxidkeramik dar.

Welche Vorteile bieten Sofortimplantationen?

Vorteil eines Sofortimplantats ist, dass sie den Abbau des Kieferknochens verhindert.

Aus medizinischer Sicht betrachtet verhindern Sofortimplantate nachweislich den Abbau von Knochensubstanz am Kieferknochen und den daraus resultierenden Gewebeverlust. Denn wird vom Knochen die Belastung durch den Kaudruck genommen, bildet er sich automatisch zurück, da der Körper als effizienter Organismus an dieser Stelle keinen Grund für eine weitere Stärkung oder Wachstumsförderung erkennt.

Zusätzlich bietet die Sofortimplantation Vorteile in Bezug auf die Zahnästhetik und den psychischen Stress für den Patienten.

  • Stark verkürzte Behandlungsdauer; oft in nur einer Sitzung - lange Wartezeiten für die Wundausheilung entfallen
  • Die durch den Zahnverlust entstandene Lücke wird sofort mit einem Provisorium versorgt - vor allem im Frontzahnbereich von großer Bedeutung.
  • Der psychische Stress reduziert sich für den Patienten durch die verkürzte Behandlungsdauer.

Welche Risiken können sich ergeben?

Wie bei der Früh- oder Spätimplantation ist auch eine Sofortimplantation nicht ohne jegliches Risiko. Obwohl die nachfolgenden Beschwerden auftreten können, sind sie bei der Durchführung der Zahnimplantation durch einen erfahrenen Implantologen äußerst selten.

  • Blutergüsse
  • Infektionen im Implantatbereich
  • Schädigungen im Bereich der umliegenden Zähne und Blutgefäße
  • Nervenschäden, die sich im Bereich des Mundes und der Mundhöhle durch Kribbeln, Schmerzen oder ein Taubheitsgefühl bemerkbar machen.
  • Probleme im Nasennebenhöhlenbereich oder der Nasenhöhle

Der Verlust von Sofortimplantaten ist im Vergleich zu später eingesetzten Zahnimplantaten statistisch leicht erhöht. Wobei dieses Risiko durch eine sorgfältige Abwägung in Bezug auf die Primärstabilität und regelmäßige Kontrollen durch den Zahnarzt sowie eine sehr sorgfältige Mundhygiene reduziert werden kann.

Die Sofortimplantation bei vorhandener Entzündung

Die Voraussetzung für eine Sofortimplantation ist eine weitgehende Entzündungsfreiheit im Bereich des Zahnfachs (Alveole). Dies bedeutet, dass keine mit Eiterbildung einhergehenden oder akuten Entzündungsprozesse vorliegen. Weist der Bereich eine akute Entzündung auf, nimmt der Zahnarzt im Vorfeld eine entsprechende Behandlung vor.

Unterschiede zwischen Sofort- und Spätimplantation?

Spätimplantationen werden oft durchgeführt, wenn im Zeitraum zwischen der Zahnextraktion und der Versorgung mit Zahnersatz noch Maßnahmen zum Knochenaufbau durchgeführt oder entzündliche Prozesse behandelt und ausgeheilt werden müssen.Während Sofortimplantate maximal innerhalb von 48 Stunden im Kieferknochen eingesetzt werden, erfolgt die Frühimplantation durch die Kieferchirurgie im Abstand von zwei bis acht Wochen nach der Extraktion eines Zahnes. Die Spätimplantation erfolgt erst dann, wenn das Zahnfach, in dem sich der gezogene Zahn befand, vollständig ausgeheilt ist.

Spätimplantationen werden oft durchgeführt, wenn im Zeitraum zwischen der Zahnextraktion und der Versorgung mit Zahnersatz noch Maßnahmen zum Knochenaufbau durchgeführt oder entzündliche Prozesse behandelt und ausgeheilt werden müssen.

Kosten und Kostenübernahme von Sofortimplantaten

Die Kosten für eine Sofortimplantation sind denen für Spätimplantate ähnlich, wobei immer die individuelle Ausgangssituation die Basis bildet. Grundsätzlich gelten Zahnimplantate bei den gesetzlichen Krankenkassen immer als Privatleistung. Die Zuschüsse im Rahmen der Regelversorgung bewegen sich zwischen 300 und 600 Euro. Abhängig von der individuellen Situation kann es in Härtefällen zu Erhöhungen des Festzuschusses kommen.

Welche Alternative gibt es zur Sofortimplantation?

Bei der Sofortimplantation, die häufig uneingeschränkt möglich ist, muss zwischen der Sofortbelastung des Implantats und einer nicht sofort belastbaren Situation unterschieden werden. Ist die sofortige Belastung des Implantats nicht empfehlenswert, bietet sich eine provisorische Versorgung an. Zu den bevorzugten Versorgungsvarianten zählt die Maryland- oder Klebebrücke. Diese spezielle Zahnbrücke erhält ihren zuverlässigen Halt durch seitlich angebrachte Flügel, die an den Nachbarzähnen mit einem speziellen Kleber befestigt werden.

Ist auch die Sofortimplantation nicht möglich und kann das Implantat erst zu einem späteren Zeitpunkt gesetzt werden, bietet sich ebenfalls die Marylandbrücke als ästhetisch sinnvolle Alternative an.

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Häufige Patientenfragen

Wie hoch sind die Kosten für ein Zahnimplantat im Oberkiefer?
Die Kosten für ein einzelnes Zahnimplantat im Oberkiefer liegen meist zwischen 1.800 € und 3.500 €, können aber je nach Material, notwendigem Knochenaufbau (Sinuslift) und Art des Zahnersatzes (Krone, Brücke) auf bis zu 6.000 € oder mehr steigen, wobei die Krone und eventuelle Vorbehandlungen (z.B. Knochenaufbau) einen großen Teil der Gesamtkosten ausmachen, mit Preisen von ca. 1.000 € bis 1.500 € für das Implantat selbst und weiteren Kosten für die Krone.
Wie hoch sind die Kosten für ein Zahnimplantat?
Ein einzelnes Zahnimplantat kostet in Deutschland typischerweise zwischen 1.800 € und 4.200 €, wobei der Preis ein komplettes Paket aus Titanschraube (Wurzel), Verbindungsstück (Abutment) und Krone (sichtbarer Zahnersatz) beinhaltet, abhängig von Material, Schwierigkeit (z.B. Knochenaufbau nötig?) und dem gewählten Zahnarzt. Mit Zusatzleistungen wie Knochenaufbau oder hochwertigeren Materialien können die Kosten auch höher ausfallen, aber oft gibt es Zuschüsse von Krankenkassen und Zahnzusatzversicherungen.
Wie hoch sind die Kosten für ein Zahnimplantat mit Knochenaufbau?
Ein Zahnimplantat mit Knochenaufbau kostet in Deutschland meist zwischen 2.500 € und 4.500 €, wobei die Kosten stark von der Art des Aufbaus (z.B. Sinuslift, Knochenblock, Knochenersatzmaterial) und dem Aufwand abhängen, mit einzelnen Komponenten von wenigen Hundert bis über Tausend Euro. Die Gesamtkosten umfassen Implantat, Aufbau und Krone (Suprakonstruktion), wobei die Krankenkasse oft nur einen Teil übernimmt.
Wie lange halten Sofortimplantate?
Sofortimplantate halten grundsätzlich genauso lange wie herkömmliche Implantate – oft viele Jahre bis Jahrzehnte oder sogar ein Leben lang bei guter Pflege, da sie aus ähnlichen Materialien bestehen. Entscheidend für die Langlebigkeit sind neben der optimalen Einheilung (oft schneller bei Sofortimplantaten) vor allem konsequente Mundhygiene, regelmäßige Kontrollen, ein gesunder Lebensstil und die Qualität des Eingriffs.
Welche Nachteile hat die Sofortimplantation?
Nachteile der Sofortimplantation sind ein höheres Infektionsrisiko, das Risiko eines Implantatverlusts bei unzureichender Knochenqualität oder -stabilität (sogenannte Primärstabilität) sowie eine komplexere Operation mit eingeschränkter Sicht auf den Knochen, weshalb eine 3D-Bildgebung oft nötig ist und der Eingriff spezielle Erfahrung erfordert. Zudem ist sie nicht für jeden Fall geeignet, besonders bei stark zurückgebildetem Knochen oder Backenzähnen mit mehreren Wurzeln, und erfordert eine sehr gute postoperative Mundhygiene.

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Letzte Aktualisierung dieser Seite am 08.01.2026 von Autor und Zahnarzt für Oralchirurgie Dr. med. dent. Frank Seidel. Tätig für den Raum Berlin, Brandenburg und Potsdam.

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