Tomes-Fasern und Odontoblasten
Tomes-Fasern sind der Zellfortsatz der Odontoblasten, die das wichtige Dentin bilden
Immer wieder suchen Patienten ihren Zahnarzt zur Aufklärung diffuser Zahnschmerzen auf. Eine gründliche Untersuchung bleibt jedoch ohne Befund. Zähne und Zahnfleisch sind gesund und Röntgenaufnahmen geben keinen Hinweis auf die Ursache der Schmerzen. In diesen Fällen können die im Zahnbein eingelagerten Tomes-Fasern Auslöser der Beschwerden sein.
Was sind Tomes-Fasern und Odontoblasten?
Unterhalb der Zahnkrone aus Zahnschmelz liegt das Zahnbein, das Dentin. Dieses Dentin ist eine knochenähnliche Substanz, die das Zahnmark (Pulpa) mit seinen feinen Blut- und Lymphgefäßen und Nerven umschließt. Das Zahnbein erfüllt eine wichtige Schutzfunktion und wird über die gesamte Lebensspanne eines Zahns immer wieder neu gebildet. Diese kontinuierliche Neubildung ist nötig, um durch Irritationen erfolgte Schädigungen zu reparieren. Für die Zahnbeinbildung verantwortlich sind spezielle Bindegewebszellen; die Odontoblasten. Diese zylindrisch geformten Zellen stehen wie eine Palisade, also nebeneinander aufgereiht, an der Grenze zwischen Dentin und Pulpa und verfügen über bis zu fünf Millimeter lange Zellfortsätze; die Tomes-Fasern.
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Was ist die Funktion der Tomes-Fasern und Odontoblasten?
Odontoblasten sind maßgeblich an der Zahnbildung beteiligt und für die Produktion von Prädentin, der Vorstufe des Zahnbeins, verantwortlich. Prädentin ist eine weiche Substanz und härtet durch den Verkalkungsprozess zu Zahnbeins aus, das sich aus
- 70 % Calciumhydroxylapatit (Phosphat und Calcium),
- 20 % organische Substanzen (90 % Kollagen) und
- 10 % Wasser
zusammensetzt und das Zahnbein bildet.
Nach dem Aufbau der für die Zahnentwicklung nötigen Dentin-Schicht ziehen sich die Odontoblasten zurück. Dabei verlängern sich die in den Dentinkanälchen liegenden Tomes-Fasern, die Zellfortsätze der Odontoplasten, und werden durch den Verkalkungsprozess dauerhaft eingeschlossen. Das Ergebnis sind feinste und mit Flüssigkeit gefüllte Dentinkanälchen, in denen sich die Tomes-Fasern befinden und die das gesamte Zahnbein durchziehen. Dieses fein verästelte Netz reicht bis zur Grenze zwischen Zahnbein und Zahnschmelz.
Die ursächliche Aufgabe der Tomes-Fasern ist die Bildung der Dentinkanälchen während der Zahnentwicklung. Über diese Kanäle versorgen die Tomes-Fasern das über die Odontoblasten abgeschiedene Prädentin mit Mineralstoffen und fördern dadurch die Umwandlung in Dentin, wodurch das Zahnbein eine wichtige Stabilität gegenüber krank machenden Einflüssen erhält. 
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- Was kann man bei freiliegenden Zahnhälsen unternehmen?
Diffuse Zahnschmerzen können mit Tomes-Fasern zusammenhängen.
Mit den Tomes-Fasern ziehen marklose Nerven in die Dentinkanälchen. Diese Nervenendigungen sind mit dem unterhalb der Odontoblasten gelegenen Nervengeflecht verbunden und spielen bei der Übermittlung von durch Karies verursachten Schmerzen eine bedeutende Rolle. Gleichzeitig sind sie in der Lage, verschiedene Reize anderer Ursachen als Schmerzempfindung wiederzugeben.
Die Ursache von Schmerzempfindungen können neben kariösen Erkrankungen mechanische, thermische oder chemische Reize sein. Vor allem bei freiliegenden Zahnhälsen ist das Risiko erhöht, dass es durch thermische oder mechanische Reize zu einer Irritation der in den Dentinkanälchen liegenden Nervenenden kommt. Eine weitere Ursache ist das Auslösen des Schmerzempfindens durch Flüssigkeitsbewegungen, da sich die Fasern und infolgedessen die Nerven in flüssigkeitsgefüllten Kanälchen befinden. Durchströmt das Dentin-Liquor die Dentinkanälchen, kann dies zur Bewegung der Fasern und Nerven führen und einen Schmerzreiz auslösen.- Karies - Wie ist die Behandlung in der Berliner Praxis von Zahnarzt Dr. Seidel?
Was sind die Symptome einer Entzündung?
Ein Problem im Bereich der Tomes-Fasern zeigt sich vor allem durch diffuse Schmerzen. Es können aber auch gut lokalisierbare und häufig auftretende Schmerzen vorhanden sein. Ein über einen längeren Zeitraum einwirkender thermischer oder mechanischer Reiz kann ebenfalls Auslöser für unangenehme Schmerzempfindungen sein. Oder der Patient verspürt nur einen unklaren Schmerz, den er kaum zuordnen kann. Ergänzt wird das Bild dadurch, dass eine gründliche Untersuchung von Zähnen, Zahnfleisch und Kieferknochen keinen auffälligen Befund ergibt.
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Wie können solche Entzündungen behandelt werden?
Um einen chronischen Verlauf des Schmerzgeschehens zu verhindern, ist eine möglichst frühzeitige Behandlung unumgänglich. Ein Argument, warum der Besuch beim Zahnarzt bereits in einem sehr frühen Stadium empfohlen wird. Als frühes Stadium ist das erste Auftreten erster Symptome zu bezeichnen. Bereits bei sehr geringen und unter Umständen selten oder nur in bestimmten Situationen auftretenden Schmerzreizen ist es sinnvoll, eine gründliche Untersuchung einzuleiten. Die Form der Behandlung ist immer abhängig von der individuellen Ursache.
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Zahlt die Krankenkasse bei der Behandlung von Tomes-Fasern?
Abhängig vom Versicherer übernehmen Krankenkassen die Kosten für das aufwendige Diagnoseverfahren und die anschließende Behandlung zum Teil oder zur Gänze. Inwiefern die Kosten für die Diagnose und die Behandlung ganz oder teilweise erstattungsfähig sind, erfahren Patienten nach Rücksprache mit ihrer Krankenkasse im Anschluss an die Befunderstellung. Das Team der Zahnarztpraxis Dr. Seidel ist seinen Patienten jedoch jederzeit dabei behilflich, zusätzlich benötigte Dokumente und Unterlagen für die Antragstellung bei der Krankenkasse bereitzustellen.
Häufige Patientenfragen
- Welche 3 Arten der Gingiva gibt es?
- Es gibt keine drei Arten der Gingiva, sondern eher drei Hauptbereiche/Funktionen der Gingiva, die oft genannt werden: die marginale/freie Gingiva (Zahnfleischrand), die befestigte Gingiva (fest am Knochen) und die interdentalen Papillen (Zahnzwischenräume). Histologisch unterteilt man das Gewebe der freien Gingiva zudem in orales Epithel, orales Sulkusepithel und Saumepithel (Junktions-Epithel).
- Ist Hydroxylapatit gut für die Zähne?
- Ja, Hydroxylapatit ist sehr gut für die Zähne, da es der natürliche Hauptbestandteil des Zahnschmelzes ist und hilft, ihn zu stärken, zu remineralisieren (reparieren) und vor Karies und Empfindlichkeit zu schützen, indem es Mikrodefekte versiegelt und Bakterien abwehrt. Es gilt als effektive, fluoridfreie Alternative und wird von Zahnärzten empfohlen, um geschwächten Zahnschmelz zu regenerieren und die Zahngesundheit zu fördern.
- Welche Nachteile hat Hydroxylapatit-Zahnpasta?
- Nachteile von Hydroxylapatit-Zahnpasta sind die geringere Evidenz für den Kariesschutz im Vergleich zu Fluorid, die potenzielle Unwirksamkeit bei starken Zahnschäden und mögliche Sicherheitsbedenken bei Nanopartikeln, wobei der Hauptnachteil der fehlende Fluorid-Kariesschutz ist, den viele Hydroxylapatit-Zahnpasten nicht bieten können. Zudem ist die Wirksamkeit bei fortgeschrittenen Problemen begrenzt, und es gibt Diskussionen über die Sicherheit bestimmter Nano-Formen.
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