Wundheilung im Mund

Wundheilung im Mund - Warum ist sie so wichtig?

Wundheilung und Blurgerinnung Eine größere Wunde im Mund ist nach einer Operation in der Kieferchirurgie zahlreichen Belastungen ausgesetzt. Je schneller die Wundheilung abgeschlossen ist, umso geringer ist das Risiko von Komplikationen durch Infektionen. Der Einsatz eines Wachstumsfaktors in Form Plättchenreichen Plasmas (PRP) fördert die Abheilung zusätzlich.

Wundheilung im Mund - warum so wichtig?

WundregenerationFür einen Heilungsverlauf ohne Komplikationen ist dies unverzichtbar, um entzündliche Prozesse zu verhindern. Vor allem bei der Implantation von Zahnersatz erhöht die unkomplizierte Abheilung der Wunde die Chance auf langfristigen Erfolg erheblich. Abhängig von der Größe der Wunde verschließt sich diese im Normalfall bereits im Verlauf der ersten Woche. Dies wird als primäre Wundheilung bezeichnet.

Doch der Heilungsprozess beginnt beim gesunden Menschen bereits wesentlich früher in der sogenannten exsudativen Phase, mit der die ersten Stunden nach dem Eingriff beschrieben werden. Die Wunde wird mit Fibrin aufgefüllt und es bildet sich der erste Wundschorf, der vor dem Eindringen von Keimen schützt. In den folgenden Phasen bildet das Immunsystem einkernige Zellen, womit die erste dünne Schleimhautschicht gebildet wird. Von innen heraus heilt die Wunde durch die Arbeit der Kollagen produzierenden Fibroblasten aus. Nach ungefähr einer Woche löst sich der Wundschorf, die Wundheilung ist abgeschlossen und die Gefahr entzündlicher Prozesse ist weitestgehend ausgeschlossen.

Plättchenreiches Plasma (PRP) was ist es und wozu dient es?

Plättchen reiches Plasma wird aus Eigenblut gewonnen, das dem Patienten vor einem operativen Eingriff entnommen wird, und kann vom behandelnden Arzt selbst hergestellt werden. Gewonnen wird es durch die Plasmapherese, in deren Rahmen die einzelnen Bestandteile des Blutes in Erythrozyten, Thrombozyten armes und Thrombozyten reiches Plasma voneinander getrennt werden.

Operativer Eingriff beim ZahnarztFür die Anwendung in der Zahn-chirurgischen Praxis wird das Blutplasma, das sogenannte Thrombozyten reiche Plasma (PRP), benötigt. Bereits in den 1960er-Jahren konnten erste Nachweise der positiven Wirkung von Eigenblut auf die Wundheilung nachgewiesen werden. Aber erst 1998 kam es zur Veröffentlichung der ersten klinischen Studie zur Wirksamkeit von PRP in der Kieferchirurgie.

Heute nimmt Platten reiches Plasma in vielen chirurgischen Bereichen und auch in der Zahn-, Mund- und Kieferchirurgie eine wichtige Position zur Optimierung der Wundheilung ein. Die Wirksamkeit konnte ebenfalls im Rahmen gezielter Studien für eine 2004 erstellte Dissertation zum Erwerb des Doktorgrades der Zahnheilkunde nachgewiesen werden. (http://edoc.ub.uni-muenchen.de/2897/1/Bauer_Florian.pdf)

PRP - Positive Wirkung auf die Wundheilung

Thrombozyten reiches Plasma besitzt durch seinen hohen Gehalt unterschiedlicher Wachstumsfaktoren eine positive Wirkung auf die Wundheilung. Dies ist ein wichtiger Grund für den prophylaktischen Einsatz im Rahmen Zahn-chirurgischer Eingriffe. Zu den wichtigsten und die Wundheilung fördernden Bestandteilen von PRP zählen unterschiedliche Wachstumsfaktoren sowie Zytokinen.

Diese Faktoren müssen durch die Aktivierung der im Blutplasma enthaltenen Thrombozyten aktiviert werden. Dies erfolgt durch die Zugabe bestimmter Aktivatoren. Ergibt sich im Heilungsverlauf eine Wundheilungsstörung, sind die für Wundheilung benötigten Botenstoffe nicht in der Lage, in den Körperkreislauf zu gelangen, um die Wundheilung zu fördern. PRP ist in der Lage, die Wundheilung in Gang zu bringen und eine komplikationslose Abheilung zu unterstützen.

Dieser Vorgang ist vor allem im Bereich der Zahnimplantation unverzichtbar, da jeder entzündliche Prozess eine erfolgreiche Implantation gefährdet. Positive Erfahrungen wurden auch im Bereich des Knochenaufbaus als vorbereitender Eingriff für die Zahnimplantation verzeichnet.

Wie kann die Wundheilung beschleunigt werden?

Besteht keine Anlage zu Wundheilungsstörungen, reichen die vom Zahnarzt nach einem oralchirurgischen Eingriff verordneten Maßnahmen aus, um eine schnelle Abheilung der Wunde zu gewährleisten.

  • Einen wichtigen Part im Rahmen der Wundheilung übernimmt der Speichel mit dem darin enthaltenen Protein Histatin.
  • Vom Arzt verordnete Mundspülungen mit Chlorhexidin fördern die Wundheilung im gleichen Maße wie eine Mundspülung mit Kamillentee nach jeder Mahlzeit.
  • Raucher sollten in den ersten Tagen auf Nikotin verzichten, da dadurch die Wundheilung stark beeinträchtigt werden kann.
  • Dies gilt ebenfalls für die Aufnahme von Milchprodukten in den ersten beiden Tagen sowie Alkohol und koffeinhaltige Getränke.

Wundverband nach Zahnoperation

Trotzdem ist es in speziellen Fällen sinnvoll, zusätzliche Vorbereitungen zur Gewährleistung einer schnellen Wundheilung ohne Störung dieser wichtigen Funktion zu ergreifen. Eine dieser Vorsichtsmaßnahmen ist die bereits erwähnte Anwendung von PRP. Vor allem bei Diabetikern kann dadurch die Wundheilung signifikant beeinflusst werden. Im Implantationsbereich bietet sich die Anwendung von PRP immer an, um einen zusätzlichen Schutz vor Infektionen während der Wundheilungsphase zu schaffen. Das Präparat wird immer direkt in den Wundbereich eingebracht, um seine heilungsfördernde Wirkung zu entfalten.

Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e.V. (Abk. DGfW)

Die Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e.V. (Abkürzung DGfW) hat u.a. Qualitätszertifizierungen für die Bereiche der Wundheilung und Wundbehandlung veröffentlicht. Dadurch ist u.a. die  Qualifizierung zum Wundassistent - WAcert® DGfW (Beruf) ist neben dem Wundtherapeuten-WTcert® DGfW (Beruf) die einzige akkreditierte Personenzertifizierung nach DIN EN 17024 für den Bereich Wundbehandlung und Wundheilung in Deutschland. Die Qualifizierung zum Wundassistent - WAcert® DGfW (Beruf) ist neben dem Wundtherapeuten-WTcert® DGfW (Beruf) ist europaweit anerkannt.

Häufige Patientenfragen

Welche Lebensmittel fördern die Wundheilung im Mund?
Bei Wunden im Mund sollten Sie weiche, milde, kühle oder lauwarme Speisen essen, wie Pürees, Suppen, Joghurt, weich gekochtes Gemüse/Fisch oder Haferbrei, und scharfe, saure, harte, bröselige oder sehr heiße Lebensmittel meiden (z.B. Zitrusfrüchte, Toast, Nüsse). Verfeinern Sie Essen mit Sahne, Butter oder Milch für mehr Kalorien, nutzen Sie Kräuter statt scharfer Gewürze und trinken Sie viel, um die Speisen anzufeuchten, wobei stille Mineralwasser oder Kräutertees wie Kamille gut sind.
Was beschleunigt die Wundheilung im Mund?
Um die Wundheilung im Mund zu beschleunigen, solltest du auf sanfte Mundhygiene achten, das Blutgerinnsel schützen, kühlen, entzündungshemmende Spülungen (Kamille, Salbei) nutzen, weiche, nährstoffreiche Kost (Vitamine A, C, D, Zink, Proteine) essen, Rauchen und Alkohol vermeiden und bei Bedarf spezielle Heilungssalben (z.B. mit Dexpanthenol) oder Enzympräparate (z.B. Phlogenzym) verwenden, um Schwellung und Schmerz zu reduzieren. Ruhe und Stressvermeidung sind ebenfalls entscheidend.
Welche Globuli helfen bei Wundheilung im Mund?
Für die Wundheilung im Mund werden oft Arnika D12 (bei Schwellung und Schmerz), Calendula D6 (allgemein wundheilungsfördernd) und Silicea D12 (bei schlecht heilenden Wunden/Fisteln) empfohlen, auch Mercurius solubilis D12 bei Zahnfleischproblemen oder Hypericum D6 bei Nervenschmerzen nach Eingriffen, aber eine genaue Mittelwahl hängt von den spezifischen Symptomen ab und sollte idealerweise mit einem Experten abgestimmt werden, da auch Apis oder Belladonna bei akuten Entzündungen in Frage kommen können.

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Letzte Aktualisierung dieser Seite am 02.01.2026 von Autor und Zahnarzt für Oralchirurgie Dr. med. dent. Frank Seidel. Tätig für den Raum Berlin und Potsdam.

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